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Liebe Pilgerfreunde,
liebe Pilgerfreundinnen,
Wir sind wieder unterwegs auf dem Jakobsweg 2023 -6. April bis 10, April 2023 (Aktualisiert 14. März 2023)
2023 geht die Ostertour nach Bingen, der Besuch des Wirkungskreises Hildegrad von Bingen steht an den ersten beiden Tagen im Mittelpunkt..
Den Abschluss gibt es In der alten Königsstadt Worms
Geplante Stationen: Bingen, Mainz, Guntersblum und Worms.
Eine Tour durch eine alte Kulturlandschaft des hessischen Rheintals mit uralten Zeugnissen der Religionsausübung und der Verbreitung des Christentums ab dem 5. jahrhundert nach Christi.
Hildegard von Bingen als erste Frau und Christin, die eigene Positionen behaquptete und dokumentierte bis nach Worms mit Dom, Urzelle der Missionierung und vielen durch das NIbelungenlied bekannt.
Wir freuen uns auf eine spannende Reise.
Die Routenführung geht diesmal am Rhein entlang mit kleinen Abstechern in die Weinberg (Bahnlinie direkt da neben). Ein Highlight wird traditionsgemäß diesmal (hoffentlich)die Teilnahme am Ostergottesdienst in Guntersblum.
Wir freuen uns auf diese Fahrt und den entsprechenden n Bericht auf dieser Website.(ja, ja, den Report der maastour schulde ich noch.
Die Tour ist für Ostern 2023 leider ausgebucht, bei entsprechender Nachfrage ist eine Wiederholung (Pfingsten 2023) möglich.
Anfragen bitte per Mail - info@schroeter -com.de oder unter 0173 992 1000
Liebe Pilgerfreunde,
liebe Pilgerfreundinnen,
Wir sind wieder unterwegs auf dem Jakobsweg 20223 - (Aktualisiert 20. März 2022)
Leider sind 2020 wegen der Corona-Epidemie alle Touren auf dem jakobsweg ausgefallen. 2021 gab es nur einen neuen tollen Kontakt und einige Inspektionstouren im Münsterland. 2021 gab es im Herbst 2 Inspektionstouren von Greffen nach Telgte sowie eine Exkursion auf dem jakobsweg von Essen-HBF über Mühlheim nach Duisburg.
Eintagestour mit viel Ruhrpott und alten Pilgerstrecken.
2023 ist die Ostertour an der Maas auf der Liste, so sich denn der Virus nicht weiter ausbreitet.
Geplante Stationen: Namur, Lüttich, Maastricht, Roermond, Arcen, Kevelar. Eine Tour durch eine alte Kulturlandschaft, die uns an allen Orten ihre Geschichte erzählt und durch die wechselhaften Zeitläufe immer noch hochinteressant ist. Ich freue mich sehr auf diese Tour, fünf Etappen, ca. 60 Tageskilometer. Von den Kelten, Römern, frühem Christentum an der alten Wasserstraße hoch bis zur Muttergottes zu Kevelaer. Erleben Sie die Angebote des Jakobsweges entlang der Maas. Stille, aber auch viele heitere Momente, Gespräche, Informationen und viel gute Laune. Stadtbummel Namur, Lüttich, Maastricht, Kevelaer..
Änderungen vorbehalten!
Wir starten am Donnertag, den 14. April 2023in Münster und landen Ostermontag, den 18 April in Münster.
Die Pilgerradtour Ostern 2023
Donnerstag: Anreise Namur: Stadttour und Kirchenbesichtigung
Freitag: Radtour Namur - Lüttich
Samstag: Lüttich - Maastricht
Sonntag: Maastricht - Roermond (?)
Montag: Roermond - Kevelaer - Münster (ab Kevelaer mit der Bahn zurück nach Münster)
Die Tour ist für Ostern 2022 leider ausgebucht, bei entsprechender Nachfrage ist eine Wiederholung möglich.
Anfragen bitte per Mail - info@schroeter -com.de oder unter 0173 992 1000
Tourenberichte
Am Samstag, den 5. März 2023 gab es eine Inspektionstour von Telgte zur Pleistermühle.In der Stadt, ab der Clemenskirche und an einer Abzweigung hinter dem Rochus-Hospital musste die Wegeleitung ergänzt werden. Es war sonnig, aber kalt. Mit meiner Mitradlerin gelang es uns, auch noch eine kleine Schiebestrecke zur mentalen Entschleunigung einzubauen. Wenn Ihr die Beschilderung des jakobswegs unzureichend findet, Schilder fehlen oder wurden zerstört, bitte Info an 0251 591- 8993 (Altertumskommission LWL) oder 0173 992 1000
Für ein Buchprojekt fehlt mir noch die Zeit, zumal die Berichte nach Tourenberichte Metz und die Harztour noch zu schreiben wären.
Ab jetzt werde ich die nächsten Touren und Ereignisse wieder regelmäßig auf Facebook und auf dieser Plattform ankündigen.
Es geht um Stadiontouren ins Ruhrgebiet und Sonntagstouren auf den Abschnitten des Jakobsweg.
Selbstverständlich werden die Hygieneschutzmaßnahmen nach dem AHA Prinzip eingehalten.Ich werde auch über den Mailverteiler euch informieren. Freue mich auf viele neue Kontakte und auf ein Wiedersehen.
Bleibt gesund./Fortiter/
Weitere Infos unter 0173 992 1000.
Das neue Programm 2023 wird immer wieder aktualisiert und erweitert. Ich hoffe die Touren finden Euer Interesse. Es sind schöne Fahrten in der Planung. »Fahr' doch mal m««t heißt unser Motto.
Ich fahre mit euch auch an anderen Terminen! Bitte frühzeitig anfragen. Mindestteilnehmerzahl: 6 Personen. Betriebsausflüge, Vereine, Nachbarschaften, Kegelclubs, Jugendgruppen, Lehrerwandertag, sportliche Radler, Gruppen aller Art, ob Groß oder klein – ich denke, für alle ist was dabei.
Warum Pilgerwege. Herrliche landschaften mit alter oder neuerer europäischer Geschichte.
Auf dem Weg zu sich selbst, auf dem Weg zu Gott sind immer mehr Menschen auf den Jakobswegen unterwegs und suchen nach Alternativen zu Entfremdung, Einsamkei, Kummer oder Stress und hoffen Ihren inneren Frieden zu finden. Wir helfen Ihnen Tritt für Tritt oder Schritt für Schritt den Einstieg zu mehr innerer Gelassenheit während der Touren auf den Jakobswegen in Westfalen zu finden. Gerade an Menschen mit vollem Terminkalender oder Menschen, die besser radeln als zu Fuss gehen können, richtet sich mein Tourenangebot.
Ich weiss wovon ich rede. Jahrelang habe ich mich oft abgestrampelt und wurde während der Touren mit der Zeit tatsächlich immer ruhiger. Welches Rad Sie nehmen ist Ihre Sache. Gerade das E-Bike bietet vielen Menschen neue Möglichkeiten.
Fahren Sie mit, lernen Sie die religiösen und kulturellen Orte unserer /ihrer Heimat kennen. Wir bieten Ihnen den Einstieg in die Pilgerwege, die Kulturen und die Landschaft in ihrer Nähe und in Mitteleuropa, damit Sie dann vielleicht irgendwann das große Ziel Santiago ansteuern können.
Sie können mir auch gerne von Ihren Erfahrungen mit dem Rad berichten. Gibt es Tipps für Unterkünfte? Wer schließt die Kirche auf? Wo fehlen Wegweiser? Der Jakobsweg lebt und ändert sich, genau wie die Landschaft, durch die er führt. Bitte schreiben Sie mir. Jeder Post wird beantwortet.
Ich freue mich Sie kennezulernen. In diesem Sinne - bleiben Sie gesund, denken Sie an den Reserveschlauch und die gut gefüllte Kalebasse und vor allem gute Laune. . . Buon Camino
!!!!
Das neue Tourenprogramm 2023 ist noch in Arbeit (koronabedingt).
PDF zum Download (veraltet) für Sie + + +
Details: 02582 65 120 oder 0173 992 1000
• info@schroeter-com.de
Bei Tagestouren bitte rechtzeitg (3 Tage vorher) anmelden.
+ + + Weiterbildung zum Pilgerwegführer siehe http://www.kirchenkreis-tecklenburg.de/+ + +
Mein Tipp: Verschenken Sie doch mal eine Fahrradtour zum Geburtstag!
Hier beginnt das Archiv!
Die Tourenberichte Ostern 2018 und 2019 sind noch in Arbeit.
Bericht: Pilgertour „Auf Ludgeri´s Spuren“ 13.04.2017 - 17.04 2017
Unsere Route ging über Utrecht -> Dom/Catharijnenkonvent v-> Bunnik ->Elst ->Wagenningen -> Arnhem -> Zevenaar -> Elten -> Emmerich -> Rees -> Wesel ->Marienthal -> Raesfeld -> Borken -> Velen -> Coesfeld -> Billerbeck -> Havixbeck - > Münster Dom
Reisezeit: 13.4. – 17.04 2017
Teilnehmerzahl: 6
Übernachtungen: 4
Kilometer gesamt: 260 km
Vorbereitung.
Wieso eigentlich Ludgeri? War es eine Eingebung, eine Spinnerei? Irgendwann im Juli 2016 bin ich beim Surfen auf eine Ludgeri-Initiative von Herrn Räkers gestoßen und war gleich entflammt.
Sehr schnell sammelte ich material über den Missionar und begriff das Ludgerus vom Wirkungskreis her nicht auf dieRegion der Baumberge eingegrenzt werden konnte.
Je mehr ich mich in seine Vita vergrub, desto mehr war mir klar, das St. Ludgeri ein europäischer Heiliger war, seine Stationen waren immerhin Holland, Großbritannien, Italien, Frieslan , Aachen, Essen und das Münsterland. Die Zeiten waren damals waren unruhig.
Bei dem ersten Tourlayout waren noch Friesland und die Lippe-/Ruhrregion mit auf dem Zettel. York gehörte nicht dazu, weil zu sehr entfernt. Schwierige Zugverbindungen im Friesland machten die Große Rundfahrt erstmal zu kompliziert. Eindampfen hieß die Losung: Statt 10 nur 5 Tage.
Startpunkt konnte nur Utrecht sein. Endpunkt Münster Paulusdom.
Dann kam meine Hüft-Op.
Ende November 2016 starteten 2 Freund*innen mit mir zu einen kulturellen Spähtrupp nach Utrecht. Tolle Stadt. Begeisterung. Noch mehr Recherchen. Anrufe bei Frau Dr. Isenberg. Was sind Ludgeriden?
Allmählich bildeten sich die einzelnen Etappen für die Ostertour 2017 heraus. Dann war alles geplant und gut.
Was habe ich gelernt? Es gibt tolle Holländer (Vraag een Expert) und leider keinen Kontakt zu Menschen der Jakobusgesellschaft Utrecht. Antworten auf unsere Mails aus Deutschland gab es nicht, auch das Telefon hob niemand ab.
Missionsarbeit ist Teamarbeit. Ludgerus war kein durchgeknallter Spinner oder erleuchteter Idealist, der mit Jesuslatschen sich durch die Sümpfe und Heidegebiete des Ächterhooks und die Rheinauen bewegte, um die Botschaft des Evangeliums zu verbreiten. Ludgerus war reich und vermögend. Bester Adel. Eliteschüler in York. Kaiser Karl‘s Liebling. Missionsarbeit war auch damals schon sehr politisch. Die Friesen hatten einen Chefmissionar beim wiederholten Fällen heiliger Bäume erwischt und wurden gewalttätig. Die Stelle war vakant. Ludgerus war friesischer Abstammung und die Familie vermögend. Missionsarbeit kostete viel Geld, war ohne Team nicht denkbar und einem religiösen Wanderzirkus ähnlich. Karl der Große bestellte Ludgerus zum neuen Missionsleiter.Ludgerus war nicht begeisert über seine Versetzung in den Aussendienst. Logistisch war Missionsarbeit Tag für Tag eine Herausforderung.Übernachten,Packen, Essen, Beten, Predige, Tiere versorgen und weiterziehen - Richtung Norden oder nach Aachen zum Rapport.
Anstrengend! Wenn das Ludgeriteam fahren konnte sind sie gefahren oder geritten und wenn sie mit einem Boot den Waal, den Rhein oder die Ijssel befahren konnten sind sie Boot gefahren.
Irgendwie einleuchtend. Eine Kombination aus Rheintour und Jakobsweg schien mir logisch zu sein und so war das dann auch die Vorgabe für die Planung.
Wir hatten das Vergnügen 2 neue Mitglieder in unserer Gruppe begrüßen zu dürfen. Mechthild und Siggi ( Der Wettermacher und die Spielleiterin). Danke - Ihr seid großartig.
Alle Freundinnen, die schon seit Jahren mitfahren ein herzliches Dankeschön. Meine Bitte - lasst uns die gemeinsame Zeit geniessen.
Gründonnerstag - 13.04.2017 Anreise Münster - Utrecht 206 km
Niedrige Reisekosten, weil ja nur nach Utrecht. Komischerweise machen wir nie ein Startfoto am Hauptbahnhof in Münster. Alle da, alle gesund und ab mit dem Regiozug nach Enschede. Auf unserem Ticket war ein QR-Code, aber wo war das Lesegerät?
Es gibt in Enschede nette Menschen und so saßen wir rechtzeitig im richtigen Zug, der uns nach Utrecht fuhr. Vom Bahnhof aus sind wir dann zum Utrechter Dom gefahren und haben erstmal einen Kaffee getrunken. Im Domcafé. Willkommen in Utrecht, die Sonne lachte. Dombesichtigung mit einem stillen Dankgebet.
Dann fuhren wir zu unserem Hostel am Lucasbolwerk gefahren und machten große Augen.
Das Haus war schmal wie ein Handtuch und hatte 3 Stockwerke.
Die Chefin sah aus wie des Teufelsgroßmutter und machte mit Ihrem roten Barett trotz hohem Alter einen sehr kompetenten Eindruck. Es waren viele Backpacker da, Bettwäsche kostete extra, unser Schlafsaal hatte Doppelbetten, es war ein leichter Schnock in der Hütte, einige Gäste schienen sich hier auf eine Existenzgründung vorzubereiten. Übergangsquartier.
Skepsis kam auf, als wir die Duschen inspizierten. Naja. Pilgertour kann so sein. In der Lounge gab es ein gratis Konzert, Piano und Gitarre, die Chefin lachte, die Kasse klingelte und im öffentlichen Kühlschrank konnten wir uns gratis bedienen.
Utrecht rief.
Zuerest mit dem Rad zur Marienausstellung in den Catharijnenkonvent. Eine Oase der Ruhe, der Schönheit und eine tolle Ausstellung obendrein. Es gab einen Fototermin im Klostergarten und riesige violette Plastikostereier. Typisch holländisch - dieser Gegensatz aus mittelalterlicher Architektur und moderner Kunst.
Mit dem Rad dann ins Utrechter Getümmel, immer an der Ouden Gracht entlang, bei Hema eine Wurst mit Buurenkohl verputzt und runter an das Grachtenufer. Eine Uferkneipe neben der anderen. Das Volk ergötzte sich auf Bootsfahrten mit Dosenbier. Ein Pilschen getrunken. Bei der Weiterfahrt wurden wir dann von der Konniglichen Gendarmerie gestoppt. Schieben oder viel Bußgeld war die Alternative. Wir schoben und zwar zum Mondrianhaus. Werbeagentinnen lockten die Frauen mit einer Nagellackinnovation in einen Parfümerieshop. Es wurde Abend.
Gutgelaunt und gut duftend und mit frisch gestylten Fingernägeln sowie Warenproben und Schnäppchen ausgestattet gingen wir dann gemeinsam zum Griechen. Abendessen. Lecker, aber nicht so günstig. Es war dunke, als wir zu einer längeren Orientierungsfahrt durch die östliche City aufbrachen. Dann haben wir unser Hostel endlich doch noch gefunden.
Die Treppen hoch, der Schlafsaal war gut gefüllt, der Schnock war dank Klimaanlage weg.
Ab in die Lounge und zwecks Teambildung noch etwas Doppelkopf gespielt. Gute Nacht Utrecht.
Karfreitag
Utrecht - Arnheim
(ca. 70 km)
Ich habe gut geschlafen, gut geduscht und griff in der Lounge zur Gitarre.
Keine Übergriffe in der Nacht. naja, Vorsicht ist nunmal die Mutter der Porzellankiste.
Die Chefin bruzzelte für uns Eierpfannkuchen und Pancakes und war am Herd garnicht mehr zu bremsen. Das Frühstück war lecker und üppig. Insgesamt kann ich das Hostel nur empfehlen.
Arnheim hieß unser Ziel. Wir radelten los und als wir schon fast den Bahnhof sahen, wußte ich, dass wir umdrehen mußten. Alle Fragen auf der Promenade wurden mit einem Weet ik niet beantwortet, aber irgendwann fanden wir die Ausfahrt zur Uniklinik und nach Buik und waren auf dem richtigen
Weg.
Durch die flache Landschaft ging es über Buik nach Corthen. Stempelstelle und große Bockwindmühle. Der nächste Zielort war Duurstede, ein sehr alter Handelsplatz direkt am Rhein.
Weiter ging es nach Schloss Amerongen und von dort aus nach Elst. Dort wollten wir speisen. Ich hielt den Posten beim Fischstand, der Fischbräter hatte keine Eile. Der Fisch kam in den Rucksack, der Stoßtrupp kam zurück, die Cafes in Elst kamen nicht in Frage.
Hier sah man die Wälder und Hügel dieser Etappe. In Rhenen machten wir dann Halt. Es war Pandabären -Tag. Die Gemeinde erwartete so einen bärigen Kollegen als (Dauer)Gast und deshalb Pandabärchen zum knuddeln allüberall. Schöne Kirche und gutes Café.
Hinter Rhenen kamen wir auf schönen Pättkes an den Rhein. Ein Trampelpfad für Verliebte führte uns Richtung Deich, hier könnte der Hl . Liudger und sein Trabenten herspaziert sein. hieß es
Also rein in den karnickelgelöcherten Pfad und mit der Kuh auf du standen wir auf dem Deich. Wegen meiner Op hatte ich etwas Angst den Deich herunterzufahren. Sturz drohte, herunterlaufen ging garnicht. Aber downhill ging dann doch alles gut und auf der Fähre hatte ich schon wiedereine große Klappe.
Die Überfahrt sorgte für gute Stimmung und auf dem »Hohen Ufe« radelten wir an Schafsweiden, Dörfern und Obstplantagen nach Arnheim. Nach einer fulminanten Stadtdurchfahrt erreichten wir unser Hotel am Bahnhof. Einchecken, frischmachen, Barbesuch.
Der Barkeeper empfahl uns ein nahegelegenes asiatisches Restaurant, beim Spaziergang durch die Innenstadt fiel uns besonders die quer über die Straßen gespannten Leinen auf, an denen die Fahnen des Fussballklubs Vitesse Arnheim hingen. Tolle Fans. Einer hypermoderner Bahnhof musste noch begangen werden und endlich ging es zum Abendmahl. Das Lokal war ok. Im Hotel war die Bar schon zu, wir spielten in der Lounge unser Kartenspiel und erfrischten uns aus Vorräten, die wir vorher in einem Shop gekauft hatten. Gute Nacht Arnheim mit deiner Brücke und deinen Kirchen.
15.04.2017 Karsamstag Arnheim - Bislich (ca. 71,5 km)
Gut geschlafen und nach dem Frühsport mit Siggi alle gemeinsam super gefrühstückt. Dann wollten wir 1 - 2 Kirchen besichtigen, aber leider geschlossen. Unser Ziel war Wesel - Bislich auf der niedrigen Rheinseite. Über eine tolle Fahrradbrücke verliessen wir Arnheim und hatten auf der Straße nach Zevenaar in Westervoord das nächste Highlight. Eine riesige Jakobsmuschel direkt an der Straße. Fototermin. Versuch einen Stempel zu bekommen. Dann, bei der Durchfahrt von Zevenaar ,versuchte der Navigator das Reiseteam auf einen Autobahnzubringer zu locken. Das konnte mit allen gemeinsamen Kräften verhindert werden und über beschauliche, Eichen gesäumte Landsträßchen strebten wir Elten, bzw. Hoch-Elten zu.
Die Sonne schien. Hochelten? Tja, es ging ganz schön hoch.
Eine echte Leistungsetappe. Habe ich dort meinen Körper so ruiniert? Oben waren mehrere historisch - religiöse Architekturen auf einem schönen Areal.
Zum Beispiel die Drususquelle. Drusus hat die altgermanische Quellgottheit besetzt. Wir wissen, das auch im Zeitalter der christlichen Erstmissionierung gerne alte germanische Heiligtümer wie Quellen, Bäume, Felsen von den Christen übernommen wurden, weil - sie waren sowieso da, es sei denn die Missionare hackten die heiligen Bäume um (Gottseidank konnte Bonifatius nicht überall sein) und die neugetauften Einheimischen kannten eh schon den Weg.
In der Nähe wurde dann auch ein erstes Kirchlein gebaut, dass mit der Zahl der Gläubigen entsprechend mitwuchs.
Warum Hoch-elten?
Was war an Hoch-Elten besonders? Das Stift. Das Stift Elten inHoch- Elten (heute Stadt Emmerich) wurde um 967 gegründet und bestand bis 1803/1811. Es handelte sich um ein reichsunmittelbares hochadeliges Damenstift. Die Äbtissin hatte den Rang eines Reichsfürsten (Quelle: Wikipedia).
2017 waren noch zu bewundern: Der Blick Richtung Emmerich, die Kirche St. Vitus, das Brunnenhaus mit Drususquelle und ein Stiftsgebäude in Privatbesitz Der Ort hatte seine Aura.
Wir haben alles ausgiebig besichtigt und steuerten dann durch den Forst hinab zum Rhein nach Emmerich. Dr. Martin Arens, Vorsitzender der Emmericher Jakobusbruderschaft lud uns in die Martinikirche ein und hielt uns einen profunden Vortag zum Hl. Ludgerus,, der sich etwas zog und eine gewisse Kirchenschläfrigkeit begünstigte. In einem Café an der Rheinpromenade wurde diese Schläfrigkeit mit Kaffee und Kuchen verscheucht. Rees rief und über viele Deiche und an Wiesen mit allerlei Hornvieh gelangten wir nach Bislich, wo wir ein Quatier bei Frau Poth gebucht hatten. Der Deichblick nach Bislich und über den Rhein Richrtung Xanten war im milden Licht der Abendsonne überwältigend. Eine Art (Osterfrieden) lag über der Szenerie hinter dem Deich, mir hat das gutgetan.
Erst war kein Pooth zu sehen, aber dann kamen sie gleich in dreifacher Ausführung. Herzlicher Empfang. Einchecken, Bier trinken, frischmachen und dann mit dem Rad zum Abendessen. etwas Sehr lecker, besonders die liebevoll gearbeiteten Desserts. Die Beine waren schon schwer, die Zungen wurden auch immer schwerer, die Augen klappten zu und ein erholsamer Schlaf behütet vom Hl. Jakob (niederrheinisch Köbes) war das Beste, was der Pilgergruppe zu diesem Zeitpunkt passieren konnte.
Gute Nacht Bislich.
16.04.2017 Ostersonntag Wesel-Bislich - Coesfeld (ca. 70 km)
stand auf dem Zettel, es wurden aber eher 80 km, weil der Navigator Hugo durch den Flürener Forst nach Schloss Diersfordt fuhr und bei dem schönen Gruppenbild leider das Handy von unserer Katja auf den steinigen Boden fiel. Peng und kaputt. Jammerschade. In Wesel angekommen besuchten wir die Ostermesse im Willibrodis Dom am Großen Markt. Über das Berliner Tor ging es durch Flur und Wald Richtung Marienthal und Raesfeld, wir waren wieder auf dem Jakobsweg und strebten Schloss Raesfeld zu. Bei den Vorbereitungen hatte ich zweimal Raesfeld besucht und prompt war der sichergeglaubte Weg verloren und der Einstieg in den Tiergarten erstmal verpasst. Die Begehung des Tiergartens zu Raesfeld ist meiner Ansicht nach ein Muss. Leider war zu diesem Zeitpunkt die Gruppe zwar in Kontakt, aber gesplittet. Die große Wiedervereinigung geschah vor dem Schloss Raesfeld und alle waren frohgleaunt. Im Ort Raesfeld angekommen zogen Wolken auf - Schwupp hatte das ganze Team die Regenklamotten an und nach einem Kilometer Fahrt Richtung Borken hörte der Regen auf, der sowieso nur ein großspuriger münsterländer Fisselregen war. In Borken schien die Sonne ins Marktcafé. Nach der Mittagspause führte der Weg in die im Borkener Osten liegenden Wälder. Die Wege wurden immer sandiger und tiefer, also fuhren wir dann doch über Ramsdorf nach Velen und standen schon wieder vor einem Schloss. Sportschloss Velen. Sehr hübsch, damals noch Stützpunkt der Regionale. Besichtigung der Kirche. Dann über Hochmoor zum Steveder Kreuzweg, an der Hasenkapelle vorbei zum Ufer der Berkel. Wir waren in Coesfeld. Startpunkt von Jakobsweg und Ludgeriweg. Anruf bei unserem Vermieter, wir wären dann auch wohl in 29 Minuten da. Eine schöne Ferienwohnung wartete auf die erschöpfte Pilgercrew. Das übliche Ritual und dann mit einem Bärenhunger zum Jugoslawen im Coesfelder Norden. Fleisch war mein Gemüse, ein Schnäpschen obendrauf und mit einem ordentlichen Doppelkopfspiel verging der Ostersonntagabend in Coesfeld wie im Nachtfluge.
17.04.2017 Ostermontag Coesfeld - Münster 42 km
Frühstücken in Coesfeld mit Ostereiern aus der Pfanne. Das hilft, denn jetzt waren wir in dem Gebiet, das der Hl. Liudger auf seiner letzten Etappe durchquert hat. Aber zuallererst stand die Jakobikirche auf dem Besucherplan. Von dort ging es rund um den Coesfelder Berg zum Kloster Gerleve. Da wurde noch an der Liturgiefeier teilgenommen, bevor wir uns zum Coesfelder Höhenweg hochradelten. Ein toller Blick auf das im Tal liegende Billerbeck. Dombesichtigung. Besetzung eines Beichtstuhlls durch den Navigator Hugo (Jugendtrauma). Auf zur Eisdiele. Vor der Eisdiele pfiff ein eisiges Windchen. Wir setzten uns in die Eisdiele.Kein Wind. Der Billerbecker Berg war noch Thema. Ich kannte ihn von allen Seiten, liebte ihn aber an diesem Montag überhaupt nicht und war froh mit Gitta und Katja den Zug nach Havixbeck zu nehmen. Mecki, Siggi und Ulrike aber reizte der Berg und in Havixbeck trafen wir uns alle wieder. Über Schloss Hülshoff und Roxel zum Aasee und von da aus zum Paradies am Dom zu Münster. Es war Ostermontag, es war 18:35 Uhr und wir waren heil angekommen. Die Tour2017 war vorbei. Kein Streit, keine Stürze, kein Pannen. Diese Glückssträhne hielt an und wurde mir langsam unheimlich. Noch ein abschließendes Gruppenbild, ein letztes Osterplätzchen von Ulrike und dann strebten alle Teilnehmer dem heimatlichen Herd zu. Unendlichen Dank an Ulrike, Gitta, Mecki, Siggi und Katja für die tollen Tage. Freue mich auf 2018. Niederschrift vom 23 - 26 März 2018.Geneigte Leser*innen, Glückwunsch, Ihr habt es geschafft. Rückfragen zur Tour sind immer willkommen. Bis 2018# Hugo Schroeter
Ostertour 2016 - Jakobsweg Elsass
Rastatt - Straßbourg - Mont St. Odilie - Colmar - Freiburg vom 24.03. - 28.03.2016
Bericht vom 24. Oktober 2017
Hier sehen Sie das Osterteam vor den Rastatter Schloss. Bild von Ubema
Pilgertour Ostern 2016 - Tour Elsass 02 von Rastatt nach Freiburg
Reisezeit: 24. – 28. März 2016
Teilnehmerzahl: 6
Übernachtungen: 4
Kilometer gesamt: 210 km
Etappen:
- Rastatt - > Straßburg 57 km
-Straßbourg -> Barr/ Mont St. Odilie 54 km
-Barr/ Mont St. Odilie -> Colmar 36 km
- Colmar -> Freiburg 50 km plus 10 km Leistungsetappe
Rheinauen. Ab Rosheim wurde es hügelig. Ab Colmar wieder Flachetappe. Ein subjektiver Bericht. Irrtümer vorbehalten./hs
Donnerstag, 24. März 2016
Alle da? Ja, alle da. Hoch zu den Gleisen, die Räder verstaut und so begann eien wunderschöne Pilgertour. Ulli stieg in Köln zu. Warum ist es am Rhein so schön? Klarer Fall, weil wir mit Jakobus im Herzen da entlang fuhren. In Karlsruhe hieß es umsteigen nach Rastatt. Der Regiozug war bedenklich voll, aber dann waren wir an unserem Startpunkt. Rastätter Schloss. Eben noch zum Touribüro und dann als Tipp gegenüber ins Gasthaus.Wegzehrung 001. Maultaschen!!! Gestärkt radelten wir Richrtung Westen, irgendwann erreichten wir den Rhein, irgendwann überquerten wir den Rhein, waren jetzt im Elsass und radelten geschützt durch den Rheindamm Richtung Süden. Als Intermezzo fuhren wir auch mal auf den Rheindamm. Superidee. Milliarden von Brummern freuten sich und umhüllten uns. Sie haben ernsthaft versucht uns zu fressen und saßen überall: In den Ohren, in der Nase, hinter den Brillengläsern, im Mund. Das war heftig. Endlich konnten wir vom Damm runter. Ein Blick auf den Tacho. Kuchenpause 002. Drusenheim - da war es lecker. Wurde auch Zeit. Danach radelten wir bis Kilstett. Kaffeetrinken 003. Supermarche Match. Es wurde langsam etwas dunkler. Weiter nach Le Wantzenau, wo wir dann in die D 223 einbogen und nach einigen Kilometern auf einen Waldweg fuhren, wo Piste de Forts auf einem offiziellen Radwegweiser stand. Wer mal sich Straßbourg mit dem Rad für 3-4 Tage gönnen will und die abendlich angefutterten Kalorien abstrampeln will, für den ist diese Tour lohnenswert. Die Forts wurden gegen die Teutonen errichtet. Bei aller Radelei und Kaffeetrinkerei. Wo bleibt der Pilgergedanke? Der spirituelle Impuls? Meditatives Radeln durch den Wald von Robertsau war angesagt und schon mal eine korrekte Aktion.
Dann war der Wald zu Ende, die Vorstädte erreicht und wir fuhren immer der Nase nach ,Richtung Gare Central. Es wurde immer dunkler und endlich tauchte das Schild Hauptbahnhof auf. Dem Navigator fielen Steine vom Herzen, zumal das radelnde Volk schon mit Richtungsfragen nervte. Da waren wir da.
Ciarus, unsere Herberge war mit Jung und Alt, Schülern auf Klassenfahrt, Ostereiermaler beiderlei Geschlecht und aus allen Departements belegt. Handytime. Alles gut. ja wir sind gerade da. Ja, ja. Schöne, nicht zu große Schlafkammern. Wir wollten zum Münster, blieben aber an einer achteckige Kirche hängen (Eglise catholique Saint Pierre le Jeune) überquerten die Ill und suchten das Straßburger Münster. Im Gewirr der Gassen dauerte der romantische Spaziergang etwas, aber dann standen wir endlich davor. Das Münster zu Straßbourg. Auf dem Platz empfinde ich diesen Ort immer als eine Kraftquelle an der ich meinen Akku aufladen kann. Wunderbar und einmalig.Iin der wirklichen Welt knurrten unsere Mägen nach dem abendlichen Pilgermahl. Das Restaurant lag in der Nähe, ist ein Geheimtipp. Wird natürlich nicht verraten, aber die Speisen fanden alle lecker. Ich fand die Preise pilgergerecht, aber halt Touriküche. Ich nahm mir vor im Elsass nur Choucrute zu essen, aber in meiner Erinnerung war es 1985 noch viel wohlschmeckender. Zurück zur Herberge. Sofort traumlos eingeschlafen. Danke Jakobus. (Fortsetzung folgt)
2. Tag - Karfreitag 25.03.2016
Oh glücklichster Leser, hab‘ Mitleid mit dem Schreiber, 3 Finger arbeiten und der ganze Körper leidet ( Notiz aus einem Scriptorium des 8. Jahrhunderts). So isses!
Frühstück im Ciarus. Wir standen in einer Schlange mit Teenies aus den Jura. Ein Handygehampel, aber trotzdem große Fürsorglichkeit für eine behinderte Mitschülerin. Nach dem Frühstück radelten wir zum Straßburger Münster. Während des Besuches traf ich im linken Seitenschiff das behinderte Mädchen wieder. Pilgerstempel im Seitenschiff bekommen. Ein vorsichtiges Handzeichen - ein leichtes Lächeln über die Kirchenbänke zurück. Raus, aufsitzen und weg. Während ich 2014 bei den Innenstadt-Parcours keinen Orientierungsfehler begangen habe, bin ich prompt am Kunstmuseum hinter der Barrage Vauban falsch abgebogen. Der Verkehr nahm zu und erst beim Hinweisschild Place de Hagenau machte es Klick.
180 Grad-Wende. Schon bald waren wir auf der Rue de Molsheim und bogen nach einigen Kilometern rechts auf den Quai du Canal de la Brucheein. Es fisselte. Machte aber nichts. Kilometer um Kilometer fuhren wir am Kanal entlang, Hunde, Joggerinnen und selten Radfahrer (Könnte ich mal Ihre Luftpumpe haben? Danach war ich mir sicher, das die Pumpe ok ist) waren unterwegs. Hinter Wolfisheim nahmen die Weinberge zu. In Ergesheim verließen wir den Kanal und kletterten Richtung Zentrum. Nach links die Landstraße Richttung Avoldsheimabbiegend suchten wir die Rimlen-Kapelle und nach circa 2 km lag sie im Kranz Ihrer Bäume gebettet mitten im Weinberg.
Pause und allgemeine Zufriedenheit, es schon bis hierhin geschafft zu haben. Unser nächstes Ziel war der Dompeter von Avolsheim. Begrüßt wurden wir ganz in der Nähe der Kirche von der Mutter Gottes von Lourdes, die in einer gemauerten Grotte stand. Dann ein Pättken zum Dompeter. Mitten im einem Friedhof liegend betraten wir eine der ältesten Kirchen des Elsass. Bauelemente aus dem 7. Jahrhundert. 1049 wurde sie als Neubau von Papst Leo IX, genannt der Elsässer, neu geweiht. Der Kirchenraum war leer, hell und kalt, ich erinnerte mich an eine ähnliche Kälte in Toul - man spürte die seltene Nutzung durch die Gläubigen. Natürlich eine Kerzenspende. Beim Aufsteigen auf die Räder (Achtung Profitipp: Nach jedem Halt prüfen ob Handy und Portemonaie am Körper sind) vermißte Gitta ihr Portemonaie. Es war ihr bei der Kerzenspende aus der Jacke gefallen und lag leicht verborgen in der Nähe des Ausgangs. Dem Apostel sei Dank. Dann ging es fast traumhaft durch eine rotblühende Rotdorn(?) allee in den Ort, über die Brück‘ und über den Bach und links ab nach Molsheim. Bis hierhin hatten wir schon ordentlich Elsässer Jakobusweg getankt, aber es sollte noch viel doller kommen. Molsheim, unsere nächste Station, war zu Zeiten der Reformation (1608 - 1681) die Hochburg der Gegenreformation und Zuflucht des Straßburger Domkapitels. Im Ortszentrum Mittelalter pur. Mittagsspause im Weißen Rössl. Beim Versuch während der Stadtrundfahrt einen Pilgerstempel in der Jesuitenkirche zu bekommen hatten wir keine Chance, die Kirche war rammelvoll. Also weiter auf Umgehungsstraßen und unter Autobahnbrücken hindurch nach Rosheim. Die Sonne brach durch die grauen Wolken.
Unser Ziel in Rosheim war die Stadtkirche St.Peter und Paul, ein Trumm von ländlicher Kirchenarchitektur, ein fast grober Baukörper und in dem Kirchenschiff die bekannte Kopfsäule, sehr sehenswert, weil hier die Steinmetze fast alle denkbaren Gesichter/ Grimassen Ihrer Auftraggeber (?) in den Säulenkranz gemeißelt hatten. Das Krankenhaus St. Jacques ist in ein Altenheim umgebaut worden und die Jakobuskapelle durch ein Jakobus-Glasfenster ersetzt worden. Karfreitag ist kein Feiertag in Frankreich und so hatte das Touristenbüro ngeöffnet, wo ich eine schöne Übersichtskarte bis Colmar ergatterte. Die Confisserie ächzte unter ihrer Osterdeko und war gefüllt mit alten Madamen. Osterküken und Osterhasen tummelten sich in allen Ausführungen auf Torten, Kuchen und Gebäck und den gesamten Verkaufsraum. Die Croissants schmeckten genial und obwohl keine traditionelle Fastenspeise, bauten wir so einen ordentlichen Zuckerspiegel auf, denn es wurde sportlich. Wir waren schon oberhalb des Rheins, aber unser Zielort lag nochmal 200 m höher und es war schon 16:00 Uhr. Rosheim, Boersch, Ottrott und Barr waren ein bisschen wie stehengebliebene Zeit und wären jetzt der Gestiefelte Kater, Dornröschen oder St. Martin um die Ecke gekommen, mich hätte es nicht gewundert. Die Luft war, ja wie? Schwer vom Regen und schwül von der Nachmittagsonne. Die Rheinebene dampfte.wie ein Baeckoffe. Hinter Boersch lag die Kapelle Maria Schnee zur Eiche ??? Wir wissen nicht, ob der Holzschnitzer seine Geliebte oder jemand aus der Familie als Vorbild genommen hat, aber die Figur, die unsere Liebe Muttergottes darstellte, war ein derartig weiblicher Wonneproppen, die Hl. Maria saß derartig gut in Ihren Strümpfen, wie ich es so noch nicht gesehen hatte. Kerzenspende war gar keine Frage. Apropos stramm in den Strümpfen, es ging flott abwärts, aber dann stramm hoch. Hoch soll sie leben, die nicht vorhandene Kondition.
Ortseingang Ottrot lugte, wie um mich zu necken, der Mont St. Odilie fast kristallklar zwischen 2 Bergen hervor. Wann kommst du schien er zu fragen. Für Münsterländer sind alle Erhebungen über 50 m ein Berg -> siehe Baumberge. Wie beim Kanalwechsel im Fernsehen tauchten auf meinem inneren Bildschirm sofort die ganzen gespeicherten Karten auf. Dann kamen die Hinweisschilder, dann kamen die verschwiegenen Wege, alle rechts von der Straße in den Wald einbiegend und dann merkte ich, wie ich langsam schlappmachte. Die Rampe nach Heiligenstein hörte nicht auf und 300 m vor dem Höhenpunkt stieg ich ab, wartete auf Katja und Gitta und als schnaufendes Trio erreichten wir die Höhe.
Willkommen im Land des Klevener. Ein Superwein, von dem ich dummerweise fast nichts getrunken habe, als er noch bezahlbar war. Aber erstmal zu unserer Pension Domaine Bachert. Ach, dieses Glücksgefühl des Tourenleiters, wenn die Herberge erreicht , die Zimmer tatsächlich gebucht und die Hausherrin nett ist. Die Domäne ist eine witzige Kombination aus Winzerhof, Herberge, Campingplatz, Baumhaus, aber ich hatte irgendwie das Gefühl, das auch Pipi Langstrumpf mit im Spiel war. Domaine Bachert, ich wollte sie erst nicht hier nennen. Warum? Geheimtipp. Will ich wieder hin!! Toll!!!
Natürlich fragte ich sofort nach dem Odilienberg. Olala, sagten die Madamen, Touristen und Hausfreunde. O lala. Morgen, nicht heute, nein auf keinen Fall durch den Wald. Das wäre doch eher eine Übungseinheit für die Spezialkräfte. Schwupp wurde meine Zunge durch einen tollen Riesling befeuchtet - danke Ulrike - meine Kehle wurde weich, das Bouquet verströmte sehr überzeugend seine Aromen, der Odilienberg machte Pause. Pinot macht froh. Alle da, alle gesund, tolle Herberge, ja klar, es gibt noch eine nächste Flasche. Eine Art beheiztes Gewächshaus lud zur Vesper ein und war mit uns Pilgern und Hausgästen gut gefüllt, die sich alle an den Weinflaschen, die im Kühlschrank lagen, labten. Dankbarkeit ist das richtige Wort für diese Momente.
Die Domaine Bachert selbst ist fest in Frauenhand, wobei Mamon das Hotel/Campinggeschäft leitet und Noelle die Weinberge des Herrn (Kirchberg Barr) mit Ihren Leuten beackert. Einige Spitzenlagen gehören zur Domaine. Beide Frauen sind sehr herzlich und voller Energie. Damit der Umtrunk nicht zum Sturztrunk wurde, legten wir einen Ölwechsel ein. 30 Minuten später hieß es: Mais oui, .meine Cousine hat da ein nettes Restaurant, oui, oui, alles lecker. Nur 10 Minuten von hier. Sie hatte recht. Ich wählte Choucrute. Noch einen Schlummertrunk im Gewächshaus. Ab ins Doppelbett mit Uli. Kurze Nachtandacht. Der Odilienberg tauchte wieder auf meiner inneren Monitorwand auf. Er strahlte. Wann kommst du? Mit dem Rad? Du? Das will ich sehen?
Die Frauen lachten in meinem unruhigen Schlaf. Sie waren noch in der Nähe des Kühlschranks. Der Klevener?! Ach, komm süßer Schlaf. Gegen 3:00 Uhr brummte die Hüfte. Ibu 400 und Salbe und Ruhe war. Bon nuit St. Jacques. Fortsetzung folgt.
Karsamstag, 26. März 2016
Start Domaine Bachert. Die Sonne schien. Gegen 9:00 Uhr waren wir mit dem Frühstück fertig. Der Heilige Berg rief und wir warteten auf das Taxi. Erkundeten die Domaine. Der Berg rief. Ich hatte verloren. Keine Zeit für Heldentaten, denn gegen 18:00 Uhr wollten wir in Colmar sein. Der Blick auf die Karte machte mir etwas Angst. Das Taxi kam und schlängelte sich die Westseite des heiligen Berges hoch. 10 km Distanz bis zum Gipfel der Elsässischen Heiligenverehrung. 7% Steigung im Schnitt. Im oberen Drittel überholten wir fröhliche Dickbäuche auf Rennrädern, die genauso viel Gewicht auf die Waage brachten wie ich. Eine letzte Waldpassage und da war das Kloster mit Engelskapelle. Es kamen immer mehr Dickbäuche auf Rennrädern. Bewundernswert. 30 Minuten hatten wir Zeit um uns die Anlage anzusehen. Allein der Rundblick war jeden Euro Taxigeld wert. Ohne Hast besichtigen wir die Kultstätten, legten die Hände auf den Sarg der Hl. Ottilie und wünschten uns Ihren Beistand. Erstmal nur für die nächsten Tage. Santiago war nur noch 1.700 km entfernt. Mit dem Taxi durch die Wälder runter, durch Barr mit seinen Fachwerkhäusern hoch zur Domaine. Danke und Au revoir. Ich wäre gerne geblieben, aber der nächste Weinberg rief. Alle da? Nichts vergessen? Luft auf allen Reifen? Alles ok.
In Schußfahrt durch Barr hindurch zur unserem nächsten Pilgerziel Andlau. Wer weiß eigentlich, wieviele Weinberge es im Elsass gibt.? Wir befuhren die Landstraße Richtung Mittelbergheim und bogen dann rechts nach Andlau ab. Als wir Mamon Bachert von Andlau erzählten meinte sie: Larifari. Ihr Mädels seid viel zu alt, um noch schwanger zu werden. Glaube und Aberglaube sind auch im Elsass zwei Schwestern. Zu alt? So, so. Ich verweise gern auf die Hl, Anna und den Annenkult.
Und schon waren wir im Zentrum der spirituellen Geburtshilfe. Alt war der Ort, ich fand ihn wunderschön. Die Abtei hatte über 1200 Jahre auf dem Buckel. Richardis, die schöne Gattin von Karl dem Dicken hatte hier im Tale nahe der Quelle heute Brunnen, Maßscheit und Richtschnur in die Hände nehmen lassen und dort ein Kloster gebaut, wo eine Bärin auf dem Boden gekratzt hat. Das war Anno 880. Wer hier fußkrank mit Arthrosen aller Art oder Gicht aufläuft - dem kann mit etwas Glück und viel Glauben Linderung verschafft werden. Wir brauchten Linderung. Und siehe da, die Heiligengeschichte berichtet weiter ohne rot zuwerden, das passend zu Ort und Legende die Bärin dort ein Nest für Ihre Jungen gebaut hatte (mitten in der Krypta) was verzweifelte Frauen mit Kinderwunsch genau dorthin pilgern lies, um Gottes und aller Heiligen Kindersegen herabzuflehen.
Ich war auf diesen Ort gespannt und kletterte mit Ulrike in die Krypta, öffnete die Bodenklappe und flehte um Linderung meiner Arthrose in Hüfte und Fuß. Zum Ritual gehörte es, seine Hand in das Maul einer Bärinnenskulptur zu stecken. War erst ein etwas komisches Gefühl, aber die Hand ist noch da. Nach mir ging Ulrike zu der Skulptur und legte Ihre Hand in den Schlund der Bärin.
Innerlich mußte ich grinsen. Madame Bacherts Worte fielen mir wieder ein. Ostern im Elsass heißt Eier legen, aber nicht um Nachwuchs in der Krypta von Andlau zu flehen.
Raus aus der Kirche. Wo Gott ist ist auch der Teufel nah, weiss der Elsässer. Wo ist er?
Hier war er auf einem Wandfries abgebildet, wie er auf einem Weinfass reitet. Ein bildhauerisch hochinteressantes Portal.
Draussen stand der Rest der Gelegenheitsatheisten vor einer Stele auf der Kaiserin Richardis mit Ihrem Bärchen stand und ergötzte sich an dem Stümmelschwänzchen des Bärchens. Ach, Kaiserinnen hatten es auch nie leicht. Der Ortskern war so unwirklich passend arrangiert. Wiedermal Elsassfolklore pur. Aber kein Touristendorf wie Riquewihr. Fast unwirklich still. Sehnsüchtig hoffte ich ein paar Blicke auf die Speisekarten zuwerfen, die rot-weißen Decken waren auf dn Tischen, doch leider drängte das Pilgerteam und die Zeit zur Weiterfahrtwar da. Hinter Andlau ging es hoch. War anstrengend, machte aber nichts. Irgendwie durchquerten wir die Winzerdörfer, befuhren die alte Römerstraße, machten mit Hunden Wettrennen oder auch mal Pause an einer original römischen Pausenstation. Landschaft pur, tolle Luft, tolles Licht und irgendwie waren die zu fahrenden Höhenmeter völlig unwichtig.
Kurz nach 14:00 Uhr gelangten wir nach Dambach-la Ville. Bis auf 2 Mädels, die uns den Weg zum Bahnhof zeigten, befand sich die komplette Einwohnerschaft in einer Unterstunde. Es war kein Hund auf de Straße.
Am Bahnhof war auch niemand vor Ort. Schnell machte sich eine Dreiergruppe an dem Fahrkartenautomat zu schaffen. Der Automat war unpässlich, der Zug kam trotzdem und so fuhren wir als Gäste der staatlich-elsässischen Regiobahn nach Selestat, um dort den Zug nach Colmar zu nutzen. Auch hier war dem Apostel ein Dank gewiss. Die Karsamstagsonne schien. Beim Kauf der Billetten bekam ich am Schalter für eine nettes Wort ein noch netteres Lächeln der Eisenbahnspezialistinnen zurück und für ein Lächeln kann man von mir einiges bekommen. Wegen der Menschen, die alle nach Colmar wollten, um sich die Osterkappe abzuhauen, reisten wir in getrennten Waggons. Die Kontrolleure kamen. Gruppe eins sagte die Billetten seien in Waggon 3 bei Gruppe Zwei. Ein Musterbeispiel deutsch-elsässischer Kooperation hat wiedermal geklappt. Nebenbei bemerkt. Ein Hoch auf die Kontrolleure der SNFC, die über Menschenleiber, Hunde, Kinderwagen, Rollatoren und jede Menge Gepäck sich vorankämpften, um Ihre Pflicht an einem Osterwochenende zu erfüllen ohne dabei ihre Gelassenheit zu verlieren. C#est cool Cherie. Transfer geglückt.
Colmar hat gerade im Westen einige Vorstadtsiedlungen und es dauerte etwas, bis wir in der Jugendherberge ankamen. Der Zivi hatte keine Ahnung und der Patron machte, ja klar doch, genau, seine Unterstunde. Nach dem Einschreiben, Beziehen der Zimmer und einer Dusche, zeigte die Magnetnadel in Richtung Innenstadt. Schlüssel nicht vergessen. Und siehe da, ein schönes Stadtzentrum, das Museum Unterlinden hatten wir auch entdeckt, ein frohgelaunte Menschheit, die sich auf das Ende des Fastens vorbereitete, strömte durch die Gassen, dazu ein Trödelmarkt, Drehorgelfetzen und die Fete du Paque nahm immer mehr Fahrt auf. Fastenbrechen auf elsässisch heißt Trinken, Essen, Trinken. Wir trudelten weiter durch die Innenstadt, überquerten zweimal den Logelbach und parkten vor der Dominikanerkirche unsere Räder. Die Kirche war leider geschlossen. Kein Ritual. Dafür gab es gab Kronenbourg im Marktcafe gegenüber. Als nach 3 Stunden die Markt- und Trödelleute abbauten und wir mit Heizstrahlern bestrahlt wurden, beleuchtete ein fast unwirkliches Licht Kirche und Platz. Wir logelten weiter an dem Bache entlang bis wir fast unisono riefen: Winstub. Unter dem Dach war noch ein Tischchen frei, Die Bewirtung war flott, das Essen lecker und der Wein jenseits aller Kritik. Choucrute - die dritte Platte. Barr war nicht schlecht, aber Colmar war besser.
Stunden später. Wir loggelten uns am Bache zurück, verließen das Zentrum und fanden nicht nur die Auberge de Jeunesse wieder, sondern auch den Schlüssel für die Eingangstür. Ein wundervolles Gefühl in einem Etagenbett zu liegen und dem Apostel für den tollen Schlaf bis in den Morgen hinein zu danken. Fortsetzung folgt
Ostersonntag, 27. März 2016
Nach einem typischen Jugendherbergsfrühstück starteten wir in Richtung Innenstadt.
Das Museum Unterlinden wartete auf uns. Punkt 10:00 Uhr wurde geöffnet. Das im 13. Jahrhundert gegründete Frauenkloster war eine der bedeutensten Klosteranlagen im ganzen Elsass und ist jetzt eines der bestbesuchten Museen in ganz Frankreich. Nachdem Umbau aussen und Innen ein Schmuckstück auch als Ensemble im Stadtbild Colmars. Wir folgten einer Gruppe Besucher, die mit einer Guide Richtung Isenheimer Altar unterwegs waren und lauschten ihren Ausführungen. Das Gemälde entwicklet so eine Wucht und Intensität, dass du als Betrachter dich der Wirkung dieses Bildes schwer entziehen kannst. Ich habe noch nie einen so leidenden Christus gesehen. Dramatische Lichtsetzung und eine superrealsitische Darstellung erhöht die Wirkung auf den Betrachter. Das Bild wurde von den Antonitern bezahlt, die im Kloster Unterlinden ein Hospital unterhielten und Menschen, die vom sogenannten Antoniusfeuer befallen waren, heilten. Am unteren Bildrand des Antoniusaltars sind einige der Kräuter abgebildet und das Haustier des Hl. Antonius, der im Münsterland auch unter Swinetöns bekannt und beliebt ist. Der heilige Jakobus mit Muschel ist auch als Teil einer Dreierfigurengruppe präsent. Das Elsass war im Mittelalter eine gern bepilgerte Etappe wegen der guten Infrastruktur für beide Pilgerziele Santiago de Compostela und Rom. In den Kellergewölben konnte ich meine Sammlung von Muteregottesbilder erweitern, was mich sehr glücklich machte. Eine kurze Stippvisite noch in die Dominikanerkirche und dann schoben wir unser Rad durch Petit Venise mit seine Fachwerkbauten, seinen Kanälen und seinen Schwärmen von chinesischen Touristen. Was für Völkerscharen.
Nach Osten hieß die Richtung und über die D 13 und einen schönen Schotterweg mit Autobahnüberquerung und Waldpasssage kamen wir in die Rheinebene. Auf der Neuländerstraße erreichten wir über Sundhoffen und Appenwihr Neuf-Brisach. Das Wetter war bedeckt, aber wenig Verkehr und nur 20 Kilometer Strecke, aber wir hatten dann Hunger. In Neuf -Brisach hatte die Patisserie Birke am Exerzierplatz gelegen, für Hungrige herzhafte Crêpes im Angebot. Frisch gestärkt, aber trotzdem leicht erschöpft bestiegen wir unsere Räder und erreichten nach 30 Minuten Fahrtzeit Breisach mit seiner St. Stephanusbasilika, die wie eine Henne den Breisacher Münsterberg (sic!) bebrütete. Als wir den Münsterberg endlich erklommen hatten setzten wir einen spirituellen Akzent - ehrlicherweise gesprochen haben wir auch unseren mehr oder weniger rasenden Puls heruntergefahren. Die Kletterei hatte sich gelohnt, die Baslilika ist wunderschön und hat einen kunstvoll geschnitzten Lettner und eine für mich wunderschöne Darstellung der Marienkrönung. Der Pastor ruhte, stempelte aber unsere Pässe und wünschte uns eine gute Tour.
Kaum waren wir vom Münsterberg runter und fuhren Richtung Ihringen, begann eine gutgemeinte, aber leicht verwirrende Beschilderung. Egal welche Kreuzung wir erreichten überall stand Freiburg: 24 km. Die Zeit verging, ich hatte die Führung abgegeben, aber irgendwie fuhren wir im Kreise, bis wir am Sportzentrum Ihringen nach Merdingen abbogen. Guter Rotwein dort, aber teuer. Dann sollten wir eine nette Steigung in Merdingen erklimmen. Ich schlug vor lieber zurückzufahren und paralell zu einem Höhenzug Richtung Umkirch zu fahren. War ja alles in der Nähe. Schön wärs gewesen. Die Abkürzung endete dann doch an einer Rampe, die uns steil aufwärts ins Weinbaugebiet Ried führte. Verschnaufen. Dann tauchte aus den Reben der Herrscher dieser Hügel auf und beschied uns den Weinberg in Richtung Gottenheim zu verlassen. Ich war schon etwas matt. Lange grollten aus dem Weinberg abwärts Richtung Gottenheim und dort dann durch den Ort nach Umkirch. Wir strampelten. Freiburg, wo warst du?
Hinter Umkirch sind wir dann Richtung Autobahn gefahren und unter der Brücke einem Anglerpfad gefolgt, der uns zur Dreisam führte. Bloss nicht in die falsche Richtung fahren. War aber ok. Wir strampelten weiter. Die Reiher zogen völlig ungerührt sich einen Osterfisch nach dem anderen aus der Dreisam. Wo war das Freiburger Münster? Wir strampelten und strampelten bis wir über eine Brücke das Ufer wechselten und auf ein Schild zufuhren: Altstadt gesperrt. Unser Backpackerhotel lag in der Karthäuser Straße, ganz nach am Münster. Aber wo war es? Der Turm ist immerhin 116 Meter hoch, aber wohin ich auch spähte vom Turm war nichts zu sehen. Kein Meter.
Dafür erreichten ohne Umwege das unterhalb eines Weinberges gelegene Hotel Black Forrest.
Sehr entspannte Atmosspähre und locker möbiliert mit einem großen Empfangsraum und einem Entspannungsraum direkt nebenan checkten wir ein. Ein Sechspersonenzimmer hatten wir auch noch nicht gehabt auf unseren Ostertouren, nachdem die Regularien am Empfangfestgelegt waren, setzte ich mich auf mein Bett und brach gleich durch Richtung Erdmitte. Santiago!!! Analyse: Rippenbruch der Auflage. Ich war erschrocken, die anderen lachten. Ich wollte in neues Bett, aber die Hausmeisterin kam mit 3 neuen Rippen. Schnell montiert war alles wieder gut. Sehr bemerkenswert waren die röhrenartigen Duschkabinen. Neuf Brisach war weit weg, die Kalorien verbrannt und wir konnten und wollten zu Abend essen bevor wir den deas Münster besuchten. Unsere Wahl fiel auf ein gemütliches Gästhaus mit eingebauter Brauerei, wo wir unter der Aufsicht des Apostels reinhauten wir die Mälzerknechte. Jetzt galt es nur noch eine Frage zu klären: Wo ist es? 116 Meter und immer noch nicht zu sehen. Wir fuhren hin, wir fuhren her und dann sahen wir endlich das Freiburger Münster, dezent angestrahlt am Münsterplatz. Aber schon geschlossen. Wir waren beeindruckt, aber auch hundemüde und fielen wie die Steine in unsere Betten.
Die Moralisten und Gruppendynamiker in der Leserschaft werden sich fragen: Männlein und Weiblein in einem Gemach, mag das wohl angehen? Es geht, mit Ohropax geht es noch besser und so schlief unsere Pilgergruppe tiefenentspannt einem grauen Ostermontagmorgen entgegen.
Ostermontag, 28. März 2016
Black Forest good bye. Aufstehen, gähnen, duschen, packen, kontrollieren, bezahlen, auschecken, durchstarten, hinfahren, frühstücken. Das waren die Programmpunkte des Ostermorgens. Eine Konditorei machte uns ein Frühstück und etwas steifbeinig suchten wir das Münster. Gestern war es ja noch da, also würden wir es auch wiederfinden. Wir gingen in das Gotteshaus hinein und feierten noch die halbe Ostermesse mit. Dann fand ich den Küster des Münsters fragte nach dem Pilgerstempel und er sagte: Sakristei und zeigte auf eine kleine Tür in der Nähes des Chors.! In der Tat war die Geistlichkeit beim Umziehen und ich begehrte 6 Pilgerstempel, die mir auch gerne in unsere Ausweise eingedrückt wurden. Auf die Frage, wohin des Weges sagte ich Münster. Münster? Münster, da habt ihr doch jetzt den Glenn, ganz ordentlicher Mann, Glück gehabt und auf Wiedersehen.
Glück kann jeder Pilger gebrauchen, wie sich schon bald herausstellen sollte.
Am Freiburger Bahnhof hatten wir Glück. Der Zug kam erst in einer Stunde und Katja und ich fuhren nochmal los Pilgerspeisen und Getränke wie M&M etc. für die Rückfahrt zu besorgen. Am Ostermontag ist die Proviantorganisation nicht so einfach, aber wir wurden in der freien Tankstelle in der Eschholzstraße fündig. Gut bepackt bezogen wir unsere Standpunkt nach Wagenwegweiser auf dem Bahnsteig nur der Autor dieser Zeilen handelte falsch. Der Zug lief ein und als ich schon mit viel Energie mein Bike in den Waggon pressen wollte, kamen 2 Schaffner auf mich zu und fragten was ich denn in Ostberlin wolle? Schöne Frage. Ostberlin, das wäre es noch gewesen. Ursache meiner Verwirrung. Unsere Sitzplätze waren im Waggon 6 und unsere Fahrradplätze in den Waggons Nummer 3 und 9. Tücken der Reservierung.
Dann waren wir im richtigen Zug. Bis Offenburg stand ich im letzten Waggon ganz hinten, ermahnt von einer Schaffnerin hier auf gar keinen Fall Wurzeln zu schlagen sondern unverzüglich meinen Fahrradstellplatz aufzusuchen. Nerverei. In Offenburg raus aus dem Waggon, den Bahnsteig heruntergeradelt bis zum Waggon 6, mein Rad aufgehangen und zu meinem reservierten Sitzplatz im Waggon 3 mich durchgekämpft. Da waren sie, meine Pilgerfreundinnen und hatten viel Spass an der Ostberlinstory. Allmählich ließ meine Anspannung nach, Doppelkopf spielen ging auch nicht, aber wir hatten eine Zeitung mit Rätseln dabei. Mit der Gruppe rätseln ist cool. Hat so was wie: Wer wird Millionär für Arme.
Karlsruhe ade, Mannheim ade, Mainz wie es singt und lacht, auch ade, haben wir genug Pilgerbrause dabei? Ja! Koblenz ade, warum ist es am Rhein war es schön, Loreley ade, Bonn und Kölle alaaf. Ein Wort zum Zug. Er ist deshalb genial, weil er von Zürich bis Hamburg fährt und Münster liegt auf der Fahrstrecke. Uli verabschiedete sich von uns und stieg in Dortmund aus. Schön war es. Entspannt kletterten wir gegen 18:00 Uhr aus dem Zug in Münster. Ein kurzer Abschied. Ein Dankgebet an die himmlischen Mächte und den Apostel. Wir waren zurück. Unglaublich. Kein Zwist, kein Unfall, keine Panne. Eine tolle Reise. So geht pilgern mit dem Rad. Ich war heilfroh und bin gespannt, wohin der Komet uns im Jahr 2016 führen wird. Ultreia euch allen dort draußen.
Geneigte Leser, Ihr habt es geschafft. Als Belohnung waren diesmal die Streckenbeschreibungen etwas ausführlicher. Rückfragen zur Tour sind immer willkommen. Bis 2016# HS
Unterwegs auf dem Jakobsweg 2015
Ostertour 2015 - Jakobsweg Dreiländereck
Münster - Aachen - Maastricht - Lüttich vom 02.04. - 07.04.2015
Bericht vom 20. Februar 2016

Hier sehen Sie das Osterteam beim Verlassen der Weinberge von Maastricht.
Pilgertour Ostern 2015 von Düren - nach Lüttich
Reisezeit: 17.4 -21.4.2015
Teilnehmerzahl: 5
Übernachtungen: 4
Kilometer gesamt: 120 km
Etappen:
- Düren - > Cornelimünster 34 km
- Cornelimünster -> Aachen 10 km
- Aachen -> Maastricht 36 km
- Maastricht -> Lüttich 40 km
Von Anfang an hügelig. Ab Maastricht Genusssradeln an der Maas entlang Richtung Lüttich. Ein subjektiver Bericht.Irrtümer vorbehalten./hs
Noch nie hatte ich mich so aufwändig vorbereitet, um am Ende aller Überlegungen dann eine Jakobuspilgerradtour durch das »Heilige Dreieck« zu entwickeln. Keine Eifelradelei, nicht die Maas abwärts zur französischen Grenze. Stattdessen eine Pilgerwegtour durch das Heilige Dreieck. Kennen Sie nicht? Dann rufen Sie mich an.
Als die Entscheidung gefallen war, war mir leicht ums Herz. Ich freute mich auf den Gründonnerstag und selbst kurzfristige Herbergsabsagen konnten mich nicht mehr erschütternmorgen.
„Also bei diesem Wetter komme ich nicht mit. Bei uns schneit es und es sind 4 km mit dem Rad zum Bahnhof,“ schallte es aus dem Handy morgens um 6:00 Uhr. Es war Gründonnerstag. Unsere »Neue« rief an. Wir hatten uns übers Internet kennengelernt (www. radpilgern - jakobsweg.de) und bei einem längeren Gespräch auf halbem Weg zwischen Everswinkel und ....(Diskretion) uns kennengelernt und auch über die Tour gesprochen. Unsere Gruppe war wegen des Zuwachshöchste einverstanden. Unsere Neue auch. Das war 5 Wochen vorher. „Wir fahren,“ antwortete ich, „du kannst ja, wenn du magst mit einem späteren Zug nach Aachen nachkommen.“ Dann wurde es für mich Zeit um nach Münster zum Bahnhof zu fahren.
Alle da, alle gesund. Sogar die Fahrkarten waren da. Unsere Gruppe fragte auch gleich nach der Kollegin, bevor wir zum Bahnsteig herauffuhren. Wetter ist Wetter, mal sehen was der Apostelfür uns tun kann war der gemeinsame Tenor und los ging‘s.,
Tatsächlich hatten wir in Münster Regen, Sonne in Haltern und leichtes Schneegestöber in Essen, wo wir umsteigen mussten um nach Köln und dann weiter nach Düren zu gelangen.
Die Stimmung war gut und weil wir etwas Umsteigezeit hatten, geriet ein Teil der Gruppe in ein Schwätzchen mit 2 älteren Herrschaften, die auf dem Weg nach Australien waren. Da gab es Einiges zu fragen und auf der anderen Seite des Bahnsteigs machte sich unser Zug vom Acker. Aber wir sind ja flexibel.
12:30 Uhr
Ankunft Düren. Beim Aussteigen konnten wir ihn schon hören.
Der Muezzin von Düren‘s muslimischer Gemeinde forderte uns auf Allah zu danken und zum Gebet niederzuknien. Den Dank konnte Allah gerne haben, aber wir suchten die erste Stempelstation und hatten Glück. Der Ostervorbereitungskreis wurde beim Aufbruch im Pfarrheim noch von uns gestoppt und damit hatten wir den Stempel Nummer Eins.
Die Sonne schien.
Beim Lidl noch Getränke kaufen, dann ging es die Schevenhüter Straße lang. Leichtes Steigen war angesagt. Die Stimmung war gut und wir kamen gut voran. Wurde heimlich trainiert? Nach 5 km machten wir ein kleines Päuschen und der Navigator verschwand auf einem feuchten Waldpfad, um zu schauen, ob wir zu einer Klosterruine gelangen könnten. Ihm kamen Wanderer mit schlammigen Schuhwerk entgegen, die wegen der Bodenverhältnisse von diesem Vorhaben abrieten. Also zurück zum Team. Dort durfte ich mich an einer Wette beteiligen, ob unsere A. . . nachkommt oder nicht. Meine Wette: Sie kommt.. . .und Sie kam!
Wir blieben auf der sehr ruhigen Landstraße, die immer steiler anstieg. Ich fuhr wieso oft bei der Nachhut. Bis wir alle glücklich auf dem Kamm uns wiedertrafen und dann nach Schevenhütte herabrollten. An der Ortskirche wurde uns nach der kartenlage schnell klar, das dies noch nicht die letzte Steigung war bis zu unserem Hotel in Kornelimünster.
Inzwischen erhielt ich einen Anruf: Ich komme und bin dann am Restaurant, wo wir übernachten wollten. Wette gewonnen.Mein Akku ging so langsam in die Knie. Sollte ich A . . . am Bahnhof abholen oder nicht?. Über Nachtigällchen und Alt Breinig gelangten wir nach Kornelimünster, wo die letzte herzhafte Steigung auf uns wartete.
Unser Hotel hieß Schnitzelparadies und schon war unsere »Nachzüglerin« da .
Wie der Name der Unterkunft schon sagte, waren unsere Absichten sauber und klar. Duschen, Schnitzelessen, Schlafen. Die Zimmer waren nicht soo toll, aber ich lag in der Badewanne und konnte aufs Flachdach schauen. Dampf stieg auf. Schnitzelparadies. Alle gesund, hungrig und munter im Restaurant und das nach 400 Höhenmetern, gefühlt 2.000 Höhenmeter. Das Schnitzel war lecker. Ganz Aachen kann sich nicht irren. Alles war gut.
Karfreitag. Der Jakobsweg war, so wir auf ihm fuhren, gut ausgeschildert.
Cornelimünster war eine reichsunmittelbare Abtei gewesen. Heute würden wir als gute Föderalisten sagen, die Äbte hatten Stimmrecht im Bundesrat. Die Amtsinhaber erkennt man an den 3 Querbalken ihres kuräbtlichen Dienststabes. Erstmal Frühstück auf der Ecke beim Bäcker. Der Karfreitag fing gut an. Danacht in die Stadt und anschließend in die Abtei. Ein toller Kirchenraum. In den Seitenschiffen hingen Bilder mit religiösen Themen, die mir schon bei meinem ersten Besuchim Sommer 2014 gut gefallen hatten. Leider mit dem Smatrphone nicht fotografierbar,weil zuviele Lichtreflexe. Auf dem Weg durchs Aachener Münsterländchen besuchten wir eine Jakobuskapelle, folgten dann dem Weg bis wir in einem großen finsteren Wald verschwanden, der mit vielen Wegweisern ausgeschildert war, nur das Jakobswegzeichen war auf einmal weg. Nachgefragt und in einer schön eingerichteten Waldschänken Kaffee getrunken. An Bächen entlang ging es ins Zentrum und zum Domhof. Die Besucherschlange war kurz, wir stellten uns in die Warteschlange und betraten dieses alte Heiligtum. Wie es so kommt wurde ich gefragt, wie schwer die Schädelreliquie von Karl dem Großen war, die dort in einem güldenen Schrein mit vielen weiteren heiligen Knochen Kaiser Karl‘s aufbewahrt wird.
540 g behauptete ich, will es aber nicht beschwören.
Anschließend radelten wir zu unserem Kloster »Zur heiligen Elisabeth«, wuerden dort herzlich empfangen, bezogen unsere Zimmer und nahmen in der Kapelle an der Liturgiefeier zum Karfreitag teil. Religiöse Übungen machen immer Appetit und so radelten wir Downtown zu einem griechischen Restaurant, wo es uns gut erging.
Karsamstag. Nach einem heiteren Frühstück in der Klosterküche suchten wir in der Stadt einen bestimmten Geldautomaten. Die Suche wuchs sich in eine stabile Stadtrundfahrt mit Hügelanfahrten aus, bis wir uns, erfolglos den Automaten suchend, zur Karlspfalz durchschlugen und wieder zu unserem Kloster zurückfuhren. Die Schwester freute sich. Wir waren pietschnass, aber nach der Pause ging es hoch zu dem Dreiländerpunkt. Hier treffen Belgien, die Niederlande und Deutschland zusammen. Gedenktafeln. Das ist der höchste Punkt der Niederlande und wir verputzten ein Tartchen mit Obst. Ist jemand den Turm hochgeklettert? Dann ging abwärts nach Vals Richtung Limburger Mergellandschaft. Über Kloster Wittem nach Gulpen. Eine Pause mit Pommes, bevor wir nach einer langen Steigepassage uns auf den Hügelrücken hochgearbeitet hatten und frohgelaunt in das Tal der Maas herunter rollten. Überall am Wegesrand sahen wir mit gelb-weißen Blumengebinden geschmückte Kreuze. Zalig Pasen. In jeder Kirche, die wir aufsuchten, bekamen wir auch einen Stempel. Der Jakobsweg war seit Aachen nicht mehr ausgeschildert. Limburg ist eine katholische Provinz. Wir radelten über die Maasbrücke und ab durch das Zentrum zum Vrijthof, wo unsere Herberge lag.
Da standen wir nun im Herzen von Maastricht.
Wir schauten auf das Seitentor der Kathedrale. Unsere Unterkunft lag direkt davor und war ein Self-Sevice-Backpackerhotel.
Während die Damen relativ geräumig untergebracht waren, bezog ich eine Art Krähennest unterm Giebel. Nach der Reinigung und Installation traf sich die Gruppe in der Lobby und startete frohgestimmteinen Rundgang. Da hat Maastricht nicht nur an Shops viel zu bieten.Ein gutes angebot an Shops und ich immer wieder hinfahren um durch die Gassen der City zu bummeln. Entspannte Atmosphäre, das zeichnet diese Stadt aus. International orientiert und so typisch holländisch entspannt. Nebenbei schauten wir uns auch nach einem Restaurant für das Abendessen um. No Burgers. Direkt neben unserer Unterkunft De Hoofnarr gab es ein Bistro. Lecker Eeten! Dem war auch so.
Während der Nachtruhe habe ich mir nur dreimal, aber dafür ordentlich den Kopf gestoßen. Gelächter bei den Damen, die sich nicht den Kopf gestoßen hatten. Das Frühstück war reichlich und schmackhaft. Nach dem Auschecken gingen wir zur Kathedrale, um am Osterhochamt teilzunehmen. Ich fand wiedermal ein Plätzchen in Nähe der Madonna im linken Seitenschiff und versank in eine Art religiöse Träumerei, die beim Tedeum endete. Meine Meditation hatte eine ältere Dame die neben mir saß, so beeindruckt, dass wir unsere Visitenkarten austauschten und seitdem per Mail uns hin und wieder schreiben.
Die Sonne schien auf den kleinen Vorplatz der Kathedrale. Geduld war angesagt, weil die Schlüsselbewahrerin und Hüterin des Pilgerstempels erst noch andere Dinge zu erledigen hatte.
Wir verliessen die Stadt Richtung Süden, am Kanal entlang, an den Weinbergen entlang in eine Landschaft hinein, die sich immer im Wandel befindet. Lüttichs Norden. Hinter Eijsden wurde ein riesiges Areal neben der Maasschleuse umgebaut. Ein zukünftiger Hafen mit Containerumschlag.
Direkt nach dieser Passage machten wir ein Picknick an einem Brückenpfeiler. Ich trieb etwas, weil ich noch den berühmten Markt La Batte besuchen wollte, aber die Würfel waren schon längst gefallen und schwupps saßen wir im Cafégarten des Stadtmuseum, um ein Pilschen zu trinken. Wir haben dann bei der Anfahrt zum Hotel die Reste des Marktes zwar noch gesehen, aber da müssen wir noch ein anderes Mal hin. Beeindruckende Fahrt auf den Uferstraßen. Viel Skulpturen. Unser Hotel lag am Bahnhof Guillemins und nach dem Einchecken waren wir mit guten Tipps versehen Richtung Zentrum unterwegs. Zuerst steuerten wir die Kirche St. Jacques an. Diese Stätte der Verehrung des Apostels war leider geschlossen. St. Jacques unterschied sich von allen schönen Kathedralen, Abteien und Kirchen auch dadurch, das sie erschöpft wirkte wie ein Lütticher Stahlarbeiter, der seit 6 Jahren Rentner ist und gerade zu Boden gesunken war. Das ganze, von mir so benannte Heilige Dreieck, ist ein Revier des frühesten Katholizismus. Es wäre noch Tongeren zu nennen. Aber alle diese religiösen Stätten sind sehr, sehr alt und damit steinernde Zeugen einer sehr bewegten europäischen Geschichte, die engstens mit der Verbreitung des katholischen Glauben verbunden ist. Es hatte keinen Zweck. Wir kamen in die Kirche zum heiligen Jakob nicht hinein. Niemand, wo immer ich auch schellte, konnte für uns die Kirche öffnen.
Wir fuhren zu unserem Insidertipp, wo wir allerlei bunte Sprizzgetränke probierten. Die Stimmung stieg sofort wieder an und wir fanden in Hotelnähe eine gemütliche Kneipe, wo wir zuerst zu Abend speisten, um danach noch an einem selbstinszenierten Klosterbierseminar teilzunehmen. Mit Hilfe des Wirtes konnten wurde es ein eine lustiger Weg in die Welt der Klosterbiere. Das war für alle Beteiligten sehr erfreulich und der kühne Plan, ab 6:00 morgens quer durch die Lütticher Schweiz mit einem Gewaltritt den Zug um 13:43 im Aachener Hauptbahnhof zu erreichen wurde zu den anderen Plänen gelegt, die da halt so liegen.
Lüttich am Ostermontagmorgen war grau. Das Programm hatte folgende Punkte: Besuch St. Pauls Kathedrale, Frühstück in der City und Besuch der Stiftskirche St. Barthelmy, wo wir nicht nur eine große Jakobusstatue bestaunten, sondern noch mehr das berühmte Taufbecken. Leichter Regen fiel, als wir den futuristisch gestalteten Bahnhof Liège-Guillemins und unsere Rückfahrt antraten. Ein Hauch von Traurigkeit wehte mit dem Westwind unter der riesigen alles bedeckenden Dachkonstruktion.
Es ging nach Hause. In Vezier mussten wir umsteigen. Trapp, trapp. Treppe rauf, Treppe runter - mit dem E-Bike das gleiche nochmal. Die Kollegen der belgischen Eisenbahn stoppten den Zug solange, bis wir alle eingestiegen waren. Danke. In Aachen saßen wir im richtigen Zug und freuten uns auf ein munteres Doppelkopfspielchen bis Köln.
In Köln Ehrenfeld stoppte der Zug. Eine verzweifelter Mensch hatte sich vor den Zug geworfen. Sagte die Durchsage. Dann geschah nichts. Die Sonne schien, die Stunden vergingen. Schienenersatzverkehr ist etwas für nervöse Menschen, nichts für Jakobuspilger. Das die Menschen in den Zügen Durst hatten ist den Verantwortlichen der Bahn sehr spät eingefallen. Wir haben unser Wasser gerne geteilt. Dann warteten wir auf eine Zugführerin, die extra aus dem Mutterschaftsurlaub geholt werden musste, weil just nach der Selbsttötung die Schicht unseres Zugführers zu Ende war. Der Mann mußte in seinen Feierabend. Die Zugführerin kletterte in das Cockpit der Lok. Wir fuhren zurück nach Eschweiler. Dort lauerte der Ersatzverkehr auf uns. Die Bahn spendierte Wasserfläschchen. Der Ersatzverkehr bestand aus 5 Bussen für 400 Menschen. Wir blieben sitzen. Und richtig: Wir fuhren zurück nach Aachen und dann direkt (Bitte nicht aussteigen, der Zug fährt sofort nach Köln) in Richtung Paderborn. Unsere Pilgerfreundin aus der Börde lachte, wir waren froh und lachten mit.
In Köln verabschiedeten wir uns . Dann fuhren wir nach Münster, wo wir endlich mit 5 Stunden Verspätung ankamen. War aber nicht schlimm. Wir hatten Spaß. Et kütt wie et kütt.
Fazit der Tour: Es lief alles. Kein Zwist, keine Pannen, kein Unfall, nichts verloren, nichts geklaut. Für 2016 mache ich mir etwas Sorgen. Jede Serie geht mal zu Ende. Trotzdem: Dem Apostel, meinen Mitpilgerinnen ein Dankeschön für für die tolle Zeit und bis Ostern 2016 /// Hugo Schroeter - Rosenmontag 2015Rückblickend kann ich nur sagen -Danke!!! Es ist nichts passiert, alle Teilnehmer sind zufrieden wieder nach Hause gekommen. Nur 2 Plattfüße, ansonsten waren wir gut beschirmt - es gab keine Stürze, eine gute Gruppendynamik, viel Gelächter und eine heitere Grundstimmung. Trotz mancher Steigung - gerade im Elsass - war niemand überfordert und das förderte den Teamgesit auf den Touren enorm. Es wurden zwar fleissig Stempel gesammelt aber auch das Spirituelle, ob gemeinsam oder als Individuum fand immer seinen Raum. Dem Apostel sei Dank.Freuen wir uns auf 2015 und hoffen darauf, gut beschirmt, unsere Pilgerfahrten erfolgreich bestehen zu können
Liebe Pilgerfreunde, liebe Fahrradfreunde. Die neue Saison beginnt Ende März 2016 und ich freue mich darauf wieder loszufahren. Eine tolle Sache ist sicherlich die 5-tägige Ostertour, die von Gründonnerstag bis Ostermontag im Elsass geplant ist. Dort werden wir viele Jakobusstätten besuchen und als Highlight uns auf den Mont St. Odilie hochackern.Die Kombination Kult und WEin ist sehr verlockend.
Ich freue mich auf Colmar und den Isenheimer Aaltar von Mathias Grünwald. Straßbourg und Freiburg sind Städte, die immer einen Besuch wert sind. Ach ja, die Zeit.Ostermontag sind wir so gengen 18:00 Uhr zurück.
Dieses Mal ist es ein straffes Programm - wir werden aber wie immer Zeit zum Einkehren finden.
Es ist kein Rennen, die Strecken / Luftlinie liegen bei ca. 50 - 65 km
Weitere Infos über das Kontaktformular.
Mein Tipp: Verschenken Sie eine Fahrradtour als Geburtstagsgeschenk!
Der letzte westfälische Pilgerweg von Bielefeld bis Wesel ist eröffnet
Ich habe eine Tour zu den Stiftsorten im westlichen Münsterland entwickelt, die nach Wunsch ein oder zwei Tage dauern kann. Die Tour wird unter dem Titel »Nönnekentour« angeboten.
Reisetermine sind für die 2. Jahreshälfte geplant und werden auch auf dieser Seite bekanntgegeben. Anmeldungen können ab jetzt abgegeben werden.
Wieder in der Planungt ist auch eine viertägige Tour zu »Heiligen Orten« im Münsterland. Termin ist Pfingsten 2023. Die Tour findet wieder in Kooperation mit Herrn Dipl. Theologen Maximilian Hermes von der Landvolkshochschule in Freckenhorst statt.
Anmeldungen und Infos unter:
www.lvhs-freckenhorst.de/
Oder rufen Sie im Sekretariat an: 02581 9458-237.
Wir bieten Ihnen geführte Radtouren auf den Jakobswegen in Westfalen und im Rheinland an. In gut fahrbaren Etappen erleben Sie Landschaft und Kultur aus einer neuen Perspektive, Sie erfahren mehr über die Geschichte des Pilgertums und über Pilgerwege und Orte und die Landschaften in unserer näheren Heimat. Ideal zum Kennenlernen und eine gute Ausgangsposition, um für sich abzuklären, wann und ob Sie bis zum Endziel nach Santiago gelangen wollen. Mit Pilgerpass! Pilgerpässe können Sie bei mir bestellen.
Die Altertumskommission des Landschaftsverbandes Westfalen - Lippe hat ein Wegenetz erarbeitet, das ab 2015 den Pilgern komplett zur Verfügung steht. Die Jakobswege in Westfalen sind Teil des internationalen Wegenetzes Jakobuspilgerwege in Europa.
Mehrtägige Pilgertouren finden Sie auf der Seite aktuell
Pilgerpässe können Sie auch über dieses Formular bestellen.
Weitere Infos finden Sie unter Links oder per Telefon 0173 992 1000