Presseartikel
Artikel rund um das Radwandern auf dem Jakobsweg.
Artikel aus den Westfälischen Nachrichten, November 2013
Pilgern verbindet: Hugo Schroeter zusammen mit Werner Schäpermeier in der Kirche „Zu den heiligen
Schutzengeln“ in Schmedehausen.
Die Holzskulptur des heiligen Jakob hat Stefan Lutterbeck aus
Everswinkel geschaffen.
Foto: Wehmeyer
Hugo Schroeter Artikel von Günther Wehmeyer©Westfälische Nachrichten 11/2013
Everswinkel - In erster Linie kennt man ihn als Vorsitzenden der Kaufmannschaft und
Inhaber einer Werbeagentur, vielleicht auch noch als Hobby-Musiker.
Doch Hugo Schroeter
engagiert sich auch noch auf einem ganz anderen Feld: Er ist „Inspektor für den
Jakobsweg“. Er betreut und inspiziert Streckenteile in Westfalen und wirkt an ihrer
Ausarbeitung mit.
Die Bezeichnung „Inspektor für den Jakobsweg“ hört sich eigentlich ganz nüchtern an. Der
Everswinkeler Hugo Schroeter, bekannt als Vorsitzender der Interessengemeinschaft Selbstständiger
inspiziert Teile des Jakobsweges in Westfalen
Der Pilger-Inspektor
Everswinkel (IGSE), hat diese Aufgabe für die Pilgerwege in Westfalen übernommen. Im Gespräch
mit Schroeter wird jedoch schnell deutlich, dass er sich über diese Tätigkeit hinaus
dem Gedanken
des Pilgerns auf Jakobswegen emotional ganz eng verbunden fühlt.
„Schon als Junge habe ich mich für geschichtliche Ereignisse interessiert“, beschreibt Schroeter den
Ursprung seiner Leidenschaft.
Die Rückeroberung Spaniens, die so genannten Reconquista, sei eng
verbunden mit der Geschichte des heiligen Jacobus. „Inzwischen habe ich alle Bücher gelesen, die in
der Stadtbücherei Münster
zu diesem Thema zu finden sind“, unterstreicht er seinen Wissensdurst.
Mit der Vorstellung, ein Fahrradtourismus-Segment zu erschließen, habe er auf dem Jakobsweg von
Münster nach Rinkerode jeden Schildstandort fotografiert. In diesem Zusammenhang habe er sich mit
der
für das EU-Projekt „Jakobswege“ zuständigen Stelle des Landschaftsverbandes in Verbindung
gesetzt. „Wenn Sie das schon gemacht haben, dann können Sie für uns ja auch alle Wege abfahren“,
habe man ihn gleich für diese Aufgabe „verhaftet“. Derzeit gibt es vier ausgewiesene Pilgerweg-
Strecken in Westfalen. Diefünfte, von Minden über Bielefeld nach Lippstadt, wird im nächsten Jahr
veröffentlicht.
Allen Wegen liegen Untersuchungen über den Verlauf mittelalterlicher Handelswege
zugrunde.
Einmal im Jahr inspiziert Schroeter diese Strecken. Er überprüft die Beschilderung und macht
Vorschläge
für eine mögliche Verbesserung der Ausschilderung. „Das mache ich mit dem Fahrrad,
und wenn ich nicht fahren kann, schiebe ich es, und manchmal muss ich es sogar tragen“,
gibt der
rührige Everswinkeler einen Einblick in seine spannende Aufgabe.
„Oft komme ich dabei auch mit den Jakobspilgern ins Gespräch und suche deren Erfahrungen zu nutzen.“
Neben landschaftlichen Veränderungen, die sich im Laufe der Zeit ergeben, wie Fällen eines Baumes,
Abriss eines Gebäudes oder Umsetzung eines Strommastes, gebe es leider auch die
„Abteilung
sammeln, knibbeln, abreißen und sprayen“. Er habe sogar erlebt, dass ein Übeltäter extra eine
Schablone angefertigt hatte, um die Schilder gezielt zu übersprühen, erzählt er.
Über Vandalismus beklagt sich auch Werner Schäpermeier. Er ist Küster an der Kirche „Zu den
heiligen Schutzengeln“ in Schmedehausen in der Nähe von Greven und fungiert dort als
Pilgerherbergsvater.
„Das Gästebuch an der Stempelstelle konnten wir nicht mehr auslegen, weil es
häufig beschmiert wurde.“ Neben der Stempelstelle ist eine vom Everswinkeler Steinbildhauer Stefan
Lutterbeck gefertigte Skulptur
des heiligen Jakobus zu finden.
Außer den Inspektionen der Wege hat Schroeter auch noch weitere Aufgaben. „Ich leiste auch
Zuarbeit bei der Ausarbeitung der einzelnen Strecken“, erzählt er. Die Wegeführung werde nach
historischen Materialien zunächst vom Landschaftsverband „am grünen Tisch“ festgelegt. „Ich bin
dann ‚Testfahrer‘ und mache gegebenenfalls Vorschläge für notwendige Änderungen.“
Dazu nehme er
oft Kontakt mit den örtlichen Heimatvereinen auf.
Bei so viel Begeisterung für das Jakobspilgern ist es nicht verwunderlich, dass Schroeter auch andere
Menschen daran teilhaben lassen möchte.
Das Vorhaben „Fahrradtourismus Jakobsweg“ ist
inzwischen Realität geworden. Im Jahr 2011 hat Schroeter dazu eine Ausbildung als Pilgerwegführer
absolviert. Ein Dutzend von ihm begleitete Tages-Radtouren auf den Wegen der Jakobspilger in NRW
hat er in seinem Jahresprogramm. Dazu kommen noch einige Mehrtagestouren.
„Das Wandern auf Pilgerwegen bietet dem Pilger die Chance für eine spirituelle Orientierung, und als Pilger nehme
ich Dinge wahr, an denen ich sonst vorbeigegangen wäre“, macht Schroeter Werbung für seine
Leidenschaft.
| www.radpilgern-jakobsweg.de.